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Manchmal kommt es anders....

 

 

Geburtsfotografie ist wundervoll, aber in der Regel nicht planbar. Man stellt sich dies und das vor, aber es muss nicht so passieren. Das gilt für Eltern ebenso wie für Fotografen. Bis heute warte ich darauf, einmal eine Wassergeburt begleiten zu dürfen, aber die Hoffnung gebe ich auch noch nicht auf.
Vor ein paar Jahren sollte ich eine Geburt im Krankenhaus begleiten. Das zweite Kind, und die werdende Mutter, ebenso wie die erste Tochter waren schon ein paar mal vor meiner Kamera. Wir kannten uns also schon, und das ist immer gut und wichtig, dass es ein Vertrauensverhältnis bei solch sensiblen Bilder gibt.

Wenn eine Geburtsbegleitung ansteht wartet man voller Erwartung auf den Anruf, dass es losgeht. Die Fototasche steht schon fix und fertig gepackt in Türnähe, endlich wie oftmals die Krankenhaustasche der werdenden Mami, das Handy ist immer, wirklich immer bei einem. Egal ob Tag oder Nacht, da nimmt ein Baby keine Rücksicht drauf, man ist in Bereitschaft.
Hier kam eines Tages der erhoffte Anruf. Die Eltern machten sie auf den Weg ins Krankenhaus. Nach dem Befund wollte sie sich noch einmal melden, aber wir dachten, es wäre besser, wenn ich mich doch schon auf den Weg machte. Also saß ich mit meinem Rucksack vor dem Krankenhaus und wartete auf ein "Ja, es geht los!!!". Aber das kam nicht.
Nach einer Stunde hieß es "falscher Alarm".
Kein Problem, auch das kann und darf dazu gehören.
Frei nach dem Spruch auf dem Foto links "Meinen Geburtstag bestimme ich immer noch selbst !" .

 

Letztendlich war es der Morgen eines Ostersonntags als die Nachricht kam, dass es nun aber wirklich soweit sei.

 

Im Kreißsaal angekommen, wurde mir gesagt, dass man abklären müsste, ob überhaupt fotografiert werden dürfe. Ich war ein wenig irritiert, denn ich hatte dort schon fotografiert, und das stellte kein Problem da.
Leider wurde mir an diesem Morgen dann mitgeteilt, dass die diensthabende Ärztin Fotografieren während der Geburt nicht gestatten würde. Ich dürfte aber vorher einige Bilder machen und auch danach.
Ich denke, dass es völlig legitim ist, das Krankenhaus hat Hausrecht, ich hatte es nur einfach nicht erwartet.
Doch daraus habe ich für mich und meine Kunden gelernt, dass man so etwas vorher abklärt.

 

 

 

 

Vor allem aber ist es auch wichtig, dass wir Geburtsfotografinnen aufklären und erklären wie wir arbeiten, denn die Vorstellungen von Ärzten und Hebammen geht weit auseinander, und ist vielleicht mit ein Grund, wenn uns der Zutritt in Kreißsäle verwehrt wird.

Wenn ich ins Krankenhaus komme, habe ich meist nur einen Rucksack dabei, der auch nicht im Weg rumstehen wird. In dem Rucksack befindet sich eine Kamera und in der Regel 3 Objektive, ein paar Speicherkarten und Ersatzakkus. Mehr brauche ich nicht. Keine Lichtanlage oder gar störendes Blitzlicht.
Mein Equipment ist so ausgelegt, dass ich auch bei dunkleren Lichtverhältnissen fotografieren kann, das macht "mein Werkzeug" aus.
Ebenso wichtig ist das Verhalten im Kreißsaal. Den Anweisungen des Krankenhauspersonals wird natürlich ausnahmslos Folge geleistet. Und natürlich versuche ich so gut es geht im Hintergrund zu agieren. Im besten Fall bekommt man im Nachhinein gesagt: "Wir haben gar nicht gemerkt, dass Du da warst".

 

 

In diesem Fall durfte ich noch einige Minuten in den Kreißsaal. Die werdendee Mami hatte bereits starke Wehen und der werdende Papa tat sein Bestes an ihrer Seite um sie zu unterstützen.

Aber sie hatten zusammen schon einmal diese Aufgabe geschafft, auch dieses mal würde sie es gemeinsam meistern.
Nach zehn Minuten ließ ich die beiden wieder alleine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es dauerte nicht mehr lange, bis ihre zweite Prinzessin geboren war. Doch ich durfte erst nach zwei Stunden wieder in den Kreißsaal. Ich muss zugeben, dass ich es sehr schade fand, dass ich nicht einmal die Momente nach der Geburt festhalten durfte, als das Neugeborene untersucht, gemessen und gewogen wurde, oder der Papa sein Baby das erste mal in den Armen hielt.
Als ich wieder zu ihnen durfte war die Kleine warm in Handtücher gewickelt in Mamas Armen.
Alles perfekt, alles dran, die richtige Anzahl von Zehen und Fingern und eine zauberhafte Stuppsnase.
Mama und Papa ganz fasziniert und verliebt.
Augenblicke...... Bilder, auf die man später hoffentlich noch ebenso verliebt schaut, Erinnerungen, die so lebendig bleiben.

 

 

 

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