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Die erste Hausgeburt

 

 

Was habe ich mich über die Nachricht Anfang 2017 gefreut, als man mir mitteilte, dass die brasilianisch-niederländische Familie ihr zweites Kind erwartete und sie sich wünschten, dass ich wieder dabei sein sollte.
Das waren lange Monate bis es endlich soweit war.

Vier Jahre später. Vier Jahre war es her, als die ich Geburt der kleinen Maus im Bild fotografieren durfte. Zum Vergleich hier der Blogeintrag zu der damaligen Geburtsbegleitung:

 

https://www.picpix.eu/erstegeburt/


Wir haben viel Zeit miteinander verbracht an dem Tag, wo sie das erste mal große Schwester werden sollte. Sie hat mir mehrfach Spaghetti mit Sauce gekocht, wir haben Bilderbücher auf Niederländisch, Portugiesisch und Deutsch gelesen und sie hat mir ihre Lieblingsschaukel gezeigt.
Ihr kleiner Bruder hatte es nicht so eilig wie sie damals, von daher warteten wir ganz entspannt bis die Hebamme Bescheid geben wollte, dass es nun bald soweit sein würde.

 

 

 

 

 

Im Laufe des Nachmittags kam die Hebamme. Alles war okay, die Geburt voranschreitend, alles perfekt.
Als die Fruchtblase platzte, war es Zeit für mich nach oben zu gehen. In dem Zimmer, was extra für die Geburt vorbereitet war, kämpfte sich die werdende Mama durch die letzten Wehen.
Die Hebamme kontrollierte die Herztöne, der werdende Papa unterstützte wieder so gut er konnte. Mit Worten, mit Halten, die Beiden waren einfach ein starkes Team.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es dauerte nur noch wenige Minuten, bis es endlich soweit war. Mit der Hilfe von Hebamme und Papa kam der kleine Peter auf die Welt. Die Fruchtblase war noch um seinen Kopf, das nennt man Glückshaube, wie ich danach erfahren habe. Als diese geöffnet wurde kam auch sogleich der erste Atemzug und der erste Schrei. Die Hebamme nahm den neuen Erdenbürger in Empfang und übergab ihn an seine Mutter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sogleich kamen auch Oma und die große Schwester ins Zimmer,

und es gab das erste Familienfoto.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann kam Christinas großer Augenblick, auf den sie sich schon so lange freute. Das war ihre Aufgabe.
Mit Papas Hilfe und Anleitung der Hebamme durchtrennte sie ganz professionell die Nabelschnur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Geburt des Babys und dem Abnabeln, musste natürlich auch noch die Plazenta geboren werden. Auch das war ähnlich wie die Geburt selbst, sie wurde herausgepresst. Die Hebamme untersuchte die Plazenta. Form und Farbe wurden untersucht, ebenso mußte sicher gestellt werden, dass der Mutterkuchen vollständig war. Christina zeigte hier auch keinerlei Scheu, sondern sah ganz interessiert zu, während der kleine Bruder in Papas Armen kuscheln durfte.

Wichtig, der große Babycheck. Das macht in den Niederlanden auch die Hebamme. Reflexe werden untersucht, es wurde abgehorcht,die Wirbelsäule, die Fontanellen, hinter die Ohren geschaut. Christina durfte mit abzählen, ob auch alle Finger und Zehen dran sind. Alles super, der erste Check wurde mit Bravour gemeistert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Niederlanden gibt es nicht nur die Hebamme, die sich um Mutter und Kind kümmert, sondern auch eine Kinderschwester. Sie versorgt das Baby weiter. Peter wurde natürlich auch vermessen und gewogen, bevor der Papa ihn seine erste Kleidung anziehen durfte. Im übrigen der gleiche Body, den die große Schwester auch vier Jahre zuvor als erstes getragen hatte.

So wie ich damals bei der ersten Geburt wußte, dass es nicht tolleres, wundervolleres für mich als Fotografin geben würde, so hat die Hausgeburt die Erfahrung noch einmal übertroffen.
Es war ganz großartig dies erleben zu dürfen, mit im "Team" zu sein, mit leiden und mit freuen zu dürfen....

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